“Werkstattverfahren Dresden – Seidnitz/Tolkewitz”: Informationsveranstaltung am 7. Februar 2012

Der schöne Mehrzwecksaal der “Elsner Pac Jungpflanzen” in der Kipsdorfer Straße 146 hatte das schon lange nicht gesehen. Obwohl noch zusätzliche Bänke und Stühle herangeschafft werden mussten, blieb doch für einige der mehr als 120 interessierten Bürger nur ein Stehplatz übrig. Das Thema hatte es ja auch in sich. Galt es doch nach Jahren von beklemmenden Wohnungs- und Kita-Abrissen in diesen Stadtteilen jetzt den Blick nach vorn zu richten.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Herr Szuggat, stellte die bereits im Ortsbeirat Blasewitz beratene und vom Stadtratsausschuss für Planung und Bau beschlossene “Aufgabensteilung zur Vorbereitung einer städtebaulichen Rahmenplanung in Seidnitz/Tolkewitz” vor. In einer übersichtlichen Präsentation erläuterte er den Geltungsbereich und stellte zu dessen Anliegen fest: “Dieses Werkstattverfahren der Landeshauptstadt Dresden soll beitragen, Ideen sowie Ergebnisse für eine städtebauliche Lösung und einer damit verbundenen tragfähigen Strategie für Folgenutzungen zu finden.” Zugleich gab er einen Ausblick zum weiteren Vorgehen.

Die anschließend lebhaft genutzte Aussprache und Fragestellungen der Bürger an die Stadtverwaltung spiegelten verschiedenste Meinungen wider und dienten auch der Vertiefung manches angesprochenen Themas.
So wurde zu Beginn von Bürgern, ausgehend von den negativen Erfahrungen jüngster Abrisse von GAGFAH-Wohnungen im Gebiet, auf die Sorgen und Nöte dort betroffener Mieter eingegangen und ein bürgerfreundliches ehrliches Einbeziehen der Bürger bei den bevorstehenden Planungen gefordert. Im Weiteren gab es Anfragen zur Entwicklung der Schulen und Kindertagesstätten sowie zur Nutzung des Straßenbahnbetriebshofes. Ein Thema war auch die Einbeziehung der im Gebiet liegenden Kleingartenanlagen in die Planung und deren öffentliche Zugängigkeit.
Beifall erhielt Frau Günther, Leiterin des Ortsamtes Blasewitzes, die den Teilnehmern “erste farbige Planungsideen” vorstellte, die von Kindern einer Kindertagesstätte gemalt worden waren.

In die Diskussion brachten sich auch meine beiden weiteren in Seidnitz/Tolkewitz wohnenden Ortbeiratsmitglieder, Frau Küfner und Herr Heidrich, mit ein. Sie werden diesen Planungsprozess aktiv begleiten. In meiner Wortmeldung verwies ich darauf, dass ich inmitten des Planungsgebietes wohne und aus meiner mehr als 30jährigen Erfahrung als Gruppenvorsitzender der Volkssolidarität, die in Seidnitz/Tolkewitz heute ca. 400 Mitglieder hat, doch sehr gut die Sorgen, Nöte und auch Wünsche der hier Wohnenden und Arbeitenden kenne. Mit Hinweis auf die Ortsgeschichte und das Jubiläumsjahr 2012, in dem auf 110 Jahre Eingemeindung Seidnitz und 100 Jahre Eingemeindung Tolkewitz nach Dresden geblickt wird, griff ich die bereits mehrfach geäußerte Meinung von Bürgern zum aktiven bürgerschaftlichen Einbringen in die jetzt beginnende Neugestaltung und damit Aufwertung der Stadtteile auf. Aus dem bereits auf dem Breitenauer Straße 17 bestehenden “VS-Bürgertreff Seidnitz mit Buchausleihe – Marie -” und der “Bürgerinitiative Toeplerpark” gibt es bereits solche Signale. Auch die jüngsten 60jährigen Jubiläen der Nazarethkirche in Seidnitz und der Bethlehemkirche in Tolkewitz und die hierzu durchgeführten Veranstaltungen drücken die enge Verbundenheit mit ihren Stadtteilen aus. Ich setze mich dafür ein, dass die Bürgerschaft nicht nur mitreden sondern ihre Stadtteile selbst mit gestalten will.

Mit der Zusage von Herrn Szuggat, dass die Ergebnisse der mit der Ideenfindung beauftragten Planungsbüros im 2. Halbjahr 2012 den Bürgern vorgestellt und mit ihnen beraten werden fand der Zeitpunkt und die Art und Weise diese Veranstaltung eine breite Zustimmung der Bürger. Das lässt auch künftig auf einen bürgernahen und offenen Dialog mit der Stadtverwaltung und schöpferisches miteinander der Bürger, Vereine, Kirchen, Betriebe und Einrichtungen hoffen.